Die Hydro Construct Schlauchwehrtechnik

Das von Hydroconstruct entwickelte Schlauchwehrsystem ist ein beweglicher Wehrverschluß – entweder wasser- oder luftgefüllt – und wird zur Stauhaltung, Wasserspiegelregulierung oder im Hochwasserschutz eingesetzt. Das Hydroconstruct Schlauchwehr kann für Stauhöhen von 30 cm bis 4,50 m ausgelegt werden. Neben der üblichen gerade Wehrachse sind auch Wehre in gekrümmter Form als bewegliche Wehre ausführbar.

Das verwendete Schlauchmaterial ist resistent gegen Abrieb, ist korrosionsfrei und hoch alterungsbeständig. Die technische Lebensdauer des Materials liegt bei mindestens 30 Jahren. Der Hersteller der Schlauchplane Trelleborg Bohemia a.s. ist qualitätszertifiziert nach den Normen DIN ISO 9001 / EN 29001. Die Plane wird jeweils – angepaßt an die Wehrgeometrie – in einem Stück im Werk gefertigt, wodurch an der Einbaustelle keine Verbindungen durch geklebte Stöße erforderlich sind. 

Spezielle Lösungen

Schlauchwehr mit Krümmung

Hydroconstruct Schlauchwehre können auch in gekrümmter Form produziert werden.

Schlauchwehr mit Störzähne

Bei Wehranlagen mit schräger Anströmung können Störzähne zur Stabilisierung einvulkanisiert werden.

Die Geschichte der Schlauchwehrtechnik

Seit dem Menschen an Flüssen oder Bächen leben nutzen Sie die Wasserkraft. Mit Hilfe dieser Kraft bewegten sie Sägen, Mühlsteine, Schleifsteine und Schmiedehämmer. Fließende Gewässer sind allerdings immer unberechenbar und von Niederschlägen gespeist. Trockenheit lässt das kraftspendende Wasser versiegen und Dauerregen macht kleine Bäche zu reißenden Fluten. Wasserbau versucht diesen unausweichlichen Gegebenheiten entgegenzuwirken. Durch Verbauungen des Ufers kann man sich passiv vor ansteigenden Wassermassen schützen. Man hat aber wenig Einfluss auf die durchfließende Wassermenge. Dazu benötigt man ein Wehr.

Die Aufgaben eines Wehrs können vielseitig sein

Aufstauen des Flusses,

  • um die Wassertiefe zu erhöhen
  • als Reservoir um fehlende Niederschläge auszugleichen
  • um vermehrten Niederschläge zu speichern

Verringerung der Fließgeschwindigkeit um,

  • das Ausspülen der Flusssohle und das Unterspülen von Wasserbauten (z.B. Brückenpfeilern) zu verhindern
  • die Ufererosion zu verringern

Verringerung der Fließgeschwindigkeit um,

  • früher zum Antrieb von Wasserrädern, heute zur Stromerzeugung mittels Turbinen
  • zur Ableitung von Teilmengen als Brauchwasser

Was ist der Unterschied zwischen festen und beweglichen Wehren?

Feste Wehre

Feste Wehre sind die einfachste und wartungsärmste Art von Wehren. Anders als beim beweglichen Wehr ist der Oberwasserstand allerdings nicht konstant, sondern abhängig von der jeweiligen Abflussmenge. In Europäischen Städten findet man häufig sehr alte Streichwehre, die Aufgrund der guten Erhaltung noch immer den Dienst verrichten. Ein Streichwehr ist eine meist schräg bis parallel zur Fließrichtung angeordnete Überlaufschwelle.

Bewegliche Wehre

Ein Wehr, das Wasser regulieren soll, kann keine feste Staumauer sein, die ständig vom Gewässer überspült wird. Das Wehr muss sich daher punktuell oder auf ganzer Breite heben und senken lassen, oder den Durchfluss des Wassers über bewegliche Wehrverschlüsse ermöglichen.

Die eleganteste Lösung wäre also eine Wehrkante, die sich automatisch mit dem Ober-Wasserstand reguliert. So kann sich der Wasserstand selber regulieren. Ein Schlauchwehr als bewegliches Wehr erfüllt genau diese Aufgaben. Es besteht aus einem extrem widerstandsfähigen Gummischlauch, der mit Wasser befüllt ist. Durch die automatische Regulierung über den Wasserdruck kann sich ein Schlauchwehr entsprechend der Wassermenge heben und senken. Natürlich kann die Regulation auch „per Hand“ durchgeführt werden. Ein Schlauchwehr ist als ein bewegliches Wehr, dass ohne elektrisch betriebenen Hebewerke und Schließmechanismen auskommt.

Die ersten Schlauchwehre wurden schon in den 50er Jahren in den USA errichtet. Es handelt sich daher um eine sehr bewährte und über die Jahre perfektionierte Technik.

Bewegliche Wehrkannte eines Schlauchwehrs